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Sonntag, 12. Februar 2012

Milchseifen

Wenn ich das kalte Wetter auch so richtig Leid bin, es ist doch ideal für Milchseifen. Deshalb war ich letzten Sonntag mal wieder in meinem Keller und habe diese beiden hier zusammengerührt.

Strawberry Milk


Eigentlich passen Milch und Erdbeerduft auf den ersten Blick nicht so zusammen und es sollte eigentlich auch eine ganz andere Seife werden - aber im letzten Moment habe ich mich umentschieden, weil das Strawberry Champagne PÖs eines meiner ältesten ist und ich es einfach mal aufbrauchen wollte.


Rezept
280g Babassuöl
210g Olivenöl, hell

je 70g
Mangobutter
Mandelöl
Aprikosenkernöl

Gefrorene Ziegenmilch
PÖ Erdbeer-Champagner
3 verschiedene rote und pinkfarbene Seifenfarben






Natürlich wieder im Divi gemacht auf meiner Reliefmatte ... im Moment geht's nicht ohne:-)
Hier bin ich selbst schon mal gespannt, wie sich diese ungewöhnliche Mischung von Ölen wohl waschen wird. Habe schon lange keine Mangobutter benutzt, weil sie den Seifenleim so schnell andickt. Auch hier war's wieder nur ein Geklecker statt Gießen des Leims, den ich hinterher noch in einen Swirl gezwungen habe.





Yagi


Hier kam ausnahmsweise mal keine Ziegenmilch, sondern gefrorene Ziegenmilchyoghurt zum Einsatz. Der läßt sich perfekt verarbeiten und gefiel mir vom Anrühren der Lauge sogar noch besser als die reine Milch - die Lauge blieb ganz hell!
Zusätzlich ist als ganz leichtes Peeling noch ein Löffel Reismehl in der Seife - habe ich vorher noch nie benutzt und ich bin gespannt, wie sich das wäscht.
Die Seife duftet übrigens ganz herrlich und äußerst passend nach dem PÖ Milk von Gisella Manske! Kann ich nur empfehlen, läßt sich super brav verarbeiten!

Rezept

je 25%
Sheabutter
Kokosnußöl

je 20%
Reiskeimöl
Rapsöl

7% Mandelöl
3% Rizinusöl

Ziegenmilchyoghurt
1 EL Reismehl
20ml PÖ Milk

Freitag, 6. Januar 2012

Milchseifenherstellung von A bis Z - Teil II ...

Hier die Fortsetzung von Teil I:
Zwischenstand: Das PÖ kam zum homogenen Seifenleim und die gesamte Masse wurde von auf 3 verschiedene Gefäße aufgeteilt.

Unser Seifenleim ist trotz des braven PÖs und der gemäßigten Temperaturen doch recht stark angezogen, wahrscheinlich weil unsere ganze Flüssigkeit aus Kokosmilch bestand, die ja nicht nur Wasser, sondern auch einen Fettanteil enthält. Das entspricht dann einer Wasserreduktion, die wiederum zu schnellerem Andicken führen kann.
Also, wer mit einer Milchseife noch marmorieren will, der sollte das berücksichtigen und auf keinen Fall die Flüssigkeitsmenge von 33% (zur Fettmenge) unterschreiten ... eher etwas erhöhen!

Hier haben wir 2 schöne Grüntöne ausgesucht: Maigrün und grüne Tonerde, den Rest des Leims haben wir mit etwas Titandioxid aufgehellt und als Basisplatte gegossen.



Nun kamen die beiden grünen Töpfchen ziemlich wild oben drüber. Eine feine Marmorierung durch das Gießen von dünnen Linien war nicht mehr möglich.



Hier sieht das ganze noch sehr wild aus und man würde denken, dass daraus keine schöne Seife mehr werden kann...


Dank Nikis Geschick gab es doch noch eine wunderhübsche Seife und zwar so: Man nehme einen Teelöffel und rühre ungefähr auf der Breite einer Diviseife den Leim vorsichtig von Innen zum Rand. Wenn eine Reihe fertig ist, vorsichtig die nächste Reihe umrühren.

Jetzt den Dividor vorsichtig ein paar mal auf eine feste Unterlage schlagen, damit der Seifenleim sich wieder glättet.


Jetzt kann man sehr schön mit dem Schaschlikstäbchen marmorieren. am besten beginnt man in einer Ecke und bewegt sich diagonal in Schlangenlinien zur gegenüberliegenden Ecke.


Das kann man von verschiedenen Seiten aus so lange machen, bis man zufrieden ist. Aber Achtung: Wenn man zu oft durchgeht, macht man sich das Muster wieder kaputt!


Zu guter Letzt die Trennstäbe reinsetzen und dann nochmals den Dividor auf eine harte Unterlage schlagen, damit die Seifenstücke schön plan werden.



An dieser Stelle wurde die Seife am Dienstagabend erst mal "schlagen gelegt", aber Niki hat mir verraten, dass sie schon ausgeformt ist und bald ihren großen Auftritt auf Nikis Blog hat.


Übrigens:
Ich lasse meine Milchseifen – egal ob pflanzliche oder tierische Milch - eigentlich alle gelen, man sollte die Form nur nicht isolieren, damit die Gelphase nicht zu heiß wird.
Dann stinkt auch nichts!

Ich hoffe, dieser ausführliche Bericht nimmt ein bißchen die Angst vor Milchseifen und zeigt auch, wie man auch mit angedicktem Seifenleim noch schöne Marmorierungen zaubern kann.

Dienstag, 3. Januar 2012

Milchseifenherstellung von A bis Z - Teil I

Gestern Abend ist in Zusammenarbeit von Niki und mir eine Kokosmilchseife entstanden – soll heissen, Niki hat gearbeitet und ich habe fotografiert.
Die Vorgehensweise ist eigentlich die gleiche, ob man nun tierische oder pflanzliche Milch verseift, denn wir haben die „Cool Technique“ verwendet, d.h. das frische Produkt zu Eiswürfeln eingefroren und zu diesen Würfeln die Lauge gegeben.

Die Vorbereitungen sind erst einmal die gleichen wie für alle anderen Seifenprojekte, nur vielleicht in anderer Reihenfolge:

Bevor man die Lauge anrührt, sollte man schon einmal alle festen Fette schmelzen, die flüssigen dazu geben und die gesamte Fettmasse gegebenenfalls abkühlen lassen. Jetzt können auch noch später benötigte Farben vorbereitet werden und wenn die Seife beduftet werden soll, schon mal das PÖ oder ÄÖ abgemessen werden.
So kann man – wenn die Lauge fertig ist – sofort loslegen!


Auf dem ersten Bild sieht man noch ganz gut, dass die Kokosmilcheiswürfel die gleiche Farbe haben wie das Rührgefäß.


Hier gibt man jetzt ganz langsam und portionsweise das NaOH dazu. Wenn man alles auf einmal zugibt, wird die Lauge nicht nur sehr heiß, verseift die in der Milch enthaltenen Fette sofort und wird gelb, sondern kann auch durch die Zersetzung von im Produkt enthaltenen Eiweiß anfangen zu stinken.
Bei Zugabe der ersten Portion rührt sich die „Laugenmasse“ noch sehr komisch, da noch keine Flüssigkeit vorhanden ist. Man schiebt eher das NaOH mit den Eiswürfeln im Kreis.


Ganz langsam entsteht durch die Reaktion zwischen NaOH und der Flüssigkeit etwas Hitze, die die ersten Milcheiswürfel anschmilzt.


Man kann jetzt nach und nach das NaOH zugeben und immer schön weiter rühren. Der Vorgang kann schon 10 Minuten dauern, aber als Ergebnis bekommt man eine relativ kühle Lauge, die auch nicht zu dunkel wird.

Wir haben hier vielleicht etwas zu viel gequatscht, so dass die Lauge noch etwas nachgedunkelt ist, im idealfall bleibt sie hell cremefarben.
Wenn man gut und geduldig gearbeitet hat, dürften sowohl Öle als auch Lauge jetzt zwischen 30 und 40° haben.


Da die Lauge bei Milchprodukten nicht klar, sondern trüb ist, kann man ja leider nicht bis auch den Grund sehen, um zu gucken, ob sich alles NaOH auch wirklich aufgelöst hat.
Um sicherzugehen, dass keine Natriumhydroxidperlen in die fertige Seife gelangen und diese unbrauchbar machen, sollte man bei Milchseife die Lauge immer durch ein Sieb gießen.


Die Rückstände im Sieb sind im besten Fall die schon verseiften Milchfette. Da man ja genau die gerne in der Seife haben möchte, kann man mit einem Löffel ganz vorsichtig soviel wie möglich durch das Sieb in den Seifenleim drücken.


Jetzt erst ein paar mal sanft mit Löffel handrühren und danach kommt der Pü-Stab zum Einsatz. Man sieht auch den Bildern ganz gut, wie sich das Öl immer mehr mit der Lauge bindet und nicht mehr obenauf schwimmt.




Sobald eine homogene Masse erreicht ist, kann man den Leim weiterverarbeiten. Nun kann zum Bespiel das PÖ dazu.
Will man die Seife noch irgendwie gestalten, sollte man darauf achten, dass man ein nicht andickendes PÖ nimmt – ansonsten reicht es nur noch zum Spachteln.
Das hier benutzte PÖ ist „Yuzu“ von den Verseifern. Ein wunderschöner Zitrusduft, der nicht andickt, nicht verfärbt und sich in der fertigen Seife auch gut hält.


Gleich geht's weiter im 2. Teil ...

Sonntag, 18. Juli 2010

Flüssigölseife - Shelter


Im NSF läuft in diesem Monat ein Workshop zum Thema Flüssigölseife...irgendwie bin ich da ja skeptisch - wie soll ohne mein geliebtes Kokos- oder Babassuöl denn der Schaum in die Seife kommen?

Aber probieren wollte ich es an einer Minimenge auch mal - ich befürche aber, ich war feige, denn bei mir sind nur Olive, Reiskeim und Rizinus drin.

Dafür war ich aber bei der Anrührflüssigkeit sehr kreativ:

  • 1 gefrorener Ziegenmilchwürfel
  • 1 gefrorener Kokosmilchwürfel
  • Reismilch
  • aus Pulver angerührte Schafsmilch
  • destiliertes Wasser mit einem TL Zucker und einem TL Salz

Das ganze gab insgesamt nur 120g Flüssigkeit, war also schon ein Mischen von Apothekermengen;)

Den Großteil des Leims habe ich mit Titandioxid etwas aufgehellt und eine kleine Menge mit Fichtennadelgrün gefärbt.

Noch ist die Seife in der Form...mal sehen, nach wieviel Tagen sie fest genug ist, dass ich sie rausholen kann.


Hier das (kurze) Rezept:


180g Olivenöl

90g Reiskeimöl

30g Rizinusöl


ÜF 12%, 120g div. Flüssigkeit

PÖ Shelter von Sensory Perfection

Titandioxid, Seifenfarbe